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Cannabis für Schwerstkranke auf Rezept

Am 10. März ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten. Danach können Schwerstkranke wie beispielsweise Schmerz- oder Krebspatienten im Einzelfall jetzt Cannabis-Arzneimittel auf Rezept erhalten. Zunächst entscheidet der behandelnde Arzt, ob Cannabis für die Therapie sinnvoll ist. Dann stellt er gemeinsam mit dem Patienten einen begründeten Antrag auf Kostenübernahme bei der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Cannabis aus der Apotheke

Patienten können ab sofort medizinisches Cannabis erhalten, ohne dass sie hierfür eine Sondergenehmigung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) benötigen. Bislang standen den Patienten in der Regel nur zwei Arzneimittel für wenige zugelassene Anwendungsgebiete zur Verfügung. Nach der neuen Regelung können diese Arzneimittel jetzt auch für andere, bisher nicht zugelassene Anwendungsgebiete sowie Cannabis-Arzneimittel in Form von getrockneten Cannabisblüten oder Extrakten verordnet werden.

Der Arzt entscheidet

Die Entscheidung, welches der Cannabis-Arzneimittel für die Therapie sinnvoll ist, trifft der behandelnde Arzt. Liegt eine Genehmigung der Krankenkasse vor, kann der Arzt das betreffende Cannabis-Arzneimittel auf einem Kassenrezept verordnen. Er ist sowohl hinsichtlich der Verordnung als auch der Verordnungshöchstmenge an die Betäubungsmittelvorschriften gebunden. Medizinisches Cannabis gibt es ausschließlich in der Apotheke. Die Kosten für die Therapie mit Cannabis trägt Ihre AOK. Der Eigenanbau von Cannabis bleibt weiterhin strafbar.

Nebenwirkungen von Cannabis

Die Anwendung von medizinischem Cannabis zur Schmerztherapie hat Nebenwirkungen und Risiken: Die Symptome können schon nach kurzer Zeit auftreten, wie eine Veränderungen der Wahrnehmung oder des Denkens und Fühlens. Hinzu kommen Herzrasen, Übelkeit und Schwindel. Insbesondere bei regelmäßigem Gebrauch kann es zu psychotischen Symptomen wie Überempfindlichkeit, Verwirrtheit, Angst, Halluzinationen, zu Angststörungen, Depressionen oder Schizophrenie kommen. Eine psychische Abhängigkeit ist ebenfalls möglich. Da momentan nur unzureichende wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Risiken vorliegen, ist für die nächsten fünf Jahre eine Begleitstudie im Auftrag des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorgesehen. Patienten werden vor Therapiebeginn über die Durchführung der Begleitstudie von ihrem behandelnden Arzt unterrichtet.

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